English
Frankfurter Kunstverein

Ausstellungen

Deutsche Börse Residency Program
Gastkünstler und Kuratoren


Mitgliedschaft

Veranstaltungen

Vorträge
Workshops
Führungen


Café im Kunstverein

Kalender Über uns

Besucherinformationen

Kontakt

Presse

Publikationen

Jahresgaben

Partner und Förderer

Archiv

Impressum

© Copyright 2006, Frankfurter Kunstverein

Begleitprogramm zur Ausstellung "Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina"

Vorträge und Gespräche

Frankfurter Stadtgespräch: "Zur Politik der Kunst - in einer globalisierten Welt"
Dr. Juliane Rebentisch im Gespräch mit Dr. Clémentine Deliss, Moderation: Dr. Holger Kube Ventura
Donnerstag, 16. September 2010 | 20 Uhr

Ist Kunst per se politisch oder darf sie es um ihrer selbst willen gar nicht sein? Worin könnte das Politische der Kunst bestehen? Welchen Einfluss hat sie auf die normativen Ordnungen einer Gesellschaft und auf den öffentlichen Raum? Durch die Globalisierung öffnen sich Grenzen, findet Austausch und Bewegung statt, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich und auf künstlerischem Gebiet. Welche Impulse gibt Kunst diesem grenzüberschreitenden Prozess und wie wirkt dieser auf sie zurück? Diesen Fragen widmen sich im Gespräch die Direktorin des Museums für Weltkulturen Dr. Clémentine Deliss und die Philosophin Dr. Juliane Rebentisch.

Dr. Juliane Rebentisch lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und ist Mitglied im Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen". Ihre Forschungs-schwerpunkte sind Ästhetik der Gegenwartskunst und des Theaters, Probleme und Figuren der Kulturkritik, Theorien der Freiheit und der Demokratie.
Dr. Clémentine Deliss ist Direktorin des Museums der Weltkulturen Frankfurt am Main. Sie studierte Ethnologie und Gegenwartskunst in Wien, Paris und London und wurde an der University of London mit einem Thema über die Französische Ethnologie am Anfang des 20. Jahrhunderts promoviert.
Dr. Holger Kube Ventura ist Direktor des Frankfurter Kunstvereins. Zuvor war er Programm- und Projektkoordinator bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle (2004-09) und Direktor der Werkleitz Gesellschaft (2001-03).

Das dritte Stadtgespräch in einer Veranstaltungsreihe aus vier Gesprächen im Jahr des Forschungsverbundes "Die Herausbildung normativer Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein.

Eintritt frei

Ort: Café im Kunstverein
Weitere Informationen unter: www.normativeorders.net/frankurter-stadtgespraech


"Die Stadt als performativer Raum. Francis Alys' Praxis des Umherstreifens"

Vortrag von Ursula Grünenwald (Kunsthistorikerin und Soziologin) im Rahmen der Vortragsreihe „My Theme"
Mittwoch, 29. September 2010 | 19.30 Uhr
 
Das Umherstreifen im Stadtraum ist die zentrale Praxis des belgischen Konzeptkünstlers Francis Alys, der seit zwanzig Jahren in Mexiko Stadt lebt und arbeitet. Die auf seinen Streifzügen gesammelten Motive und Fundstücke verdichtet er in Fotografien, Performances und Videos zu Bildern des urbanen Raums.

Alys' Arbeiten mit zahlreichen Referenzen an künstlerische Positionen der 1960er und 70er Jahre sind an der Grenze zwischen ‚Kunst und Leben‘ angesiedelt: Nach frühen plastischen und performativen Arbeiten - die als Spuren im Gefüge der Großstadt angelegt sind - kommt der belgische Künstler zu raumgreifenden Werken, die die Stadt selbst als performativen Raum erscheinen lassen. Der Vortrag diskutiert Alys' Interpretationen des urbanen Raums, die nicht in einem einheitlichen Bild aufgehen, sondern eigene politische und ästhetische Dynamiken behaupten. Wie setzt der belgische Künstler dabei Fiktion und ‚Realität‘ in Szene? Welche Möglichkeiten bieten aktuelle Ansätze der Stadt- und Raumforschung, um das Spezifische seiner urbanen Raumkonzeptionen zu bestimmen? Nach einer Einführung in das Werk konzentriert sich der Vortrag auf die fotografischen Arbeiten von Alys, die sich mit den gesellschaftlichen und politischen Realitäten von Mexiko Stadt befassen.

Ursula Grünenwald (geb. 1976) studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Philosophie in Heidelberg und Frankfurt am Main. Nach Abschluss des Soziologiestudiums mit den Schwerpunkten Gender Studies, Kritische Theorie und Internationale Politik, arbeitete sie mehrere Jahre in entwicklungspolitischen Organisationen. Seit 2006 promoviert sie am kunsthistorischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main zu dem Thema "Francis Alys: Umherstreifen als künstlerische Praxis".

Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein


Videokunstabend


"Zeitgenössische argentinische Videokunst" - präsentiert von Gabriela Golder

Dienstag, 21. September, 2010 | 19.30 Uhr

Videokunst hat eine lange Tradition in Argentinien und ist relativ weit verbreitet. Seit den 60er Jahren hat das Experimentieren mit dem elektronischen Bild auf vielfältige Art und Weise und in vielen Forschungsfeldern stattgefunden. Die im Frankfurter Kunstverein gezeigten Arbeiten befassen sich mit einigen davon. Sie erforschen Landschaft, Zeitlupe, Intimität, nicht-lineare Erzählweisen, soziale Realitäten und Poesie. Das Programm wird präsentiert von Gabriela Golder, eine argentinische Künstlerin und Kuratorin, deren Arbeit auch in der Ausstellung "Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina" zu sehen ist.

Gabriela Golder (geboren 1971) hat an der Universidad del Cine in Buenos Aires Filmkunst studiert und ihr Studium an der Universidad de Santiago de Compostela sowie der Université Paris 8 abgeschlossen. Sie  verbrachte Gastaufenthalte am Banff Centre in Alberta, Kanada, am Centre International de la Création Vidéo (CICV) in Montbéliard, Frankreich, an der Kunsthochschule für Medien in Köln und am Wexner Center for the Arts in Columbus, Ohio, USA. Golder arbeitet als freie Kuratorin und Professorin und ist Mitbegründerin von "Continente", einem Forschungszentrum für "Digital Art", das sich in der Universidad de Tres de Febrero, Argentinien befindet. Auf internationalen Filmfestivals erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien für ihre Arbeit. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in Buenos Aires.


Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein, 1. OG
Moderation in englischer Sprache


Workshops

"Create your own book" - Workshop mit Eloísa Cartonera

Donnerstag, 7. Oktober 2010 | 16 - 17 Uhr
Samstag, 9. Oktober 2010 | 14 - 16 Uhr

Eloísa Cartonera (gegründet 2003 in Buenos Aires) ist ein Verlagsprojekt, das von den beiden Künstlern Washington Cucurto und Javier Barilaro initiiert wurde. Es vereint den Vertrieb von Literatur mit der Integration von „Cartoneros" (Menschen, die zum Bestreiten ihres Unterhalts Abfallkartons wiederverwerten) bei der Herstellung von Büchern: Von Autoren gestiftete, fotokopierte Texte werden in handbemalte Kartons gebunden. So wird jedes Buch zu einem Unikat. Es sind bereits hunderte der farbenfrohen Ausgaben entstanden, von denen einige in der Ausstellung im Frankfurter Kunstverein präsentiert werden.

Als Beitrag zur Ausstellung "Tales of Resistance and Change" bietet Eloísa Cartonera mehrere Workshops unter dem Titel "Create your own book" an. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bekommen hier die Gelegenheit, ihre eigenen Buchumschläge zu gestalten und zu produzieren. Während des kreativen Prozesses können sie ein Gespür für die Texte sowie für Form und Materialität des Einbandes entwickeln. Gleichzeitig wird durch die Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe der interkulturelle Austausch gefördert. Am Ende kann jeder Teilnehmer sein eigenes, ganz individuell gestaltetes Buch mit nach Hause nehmen.

Zielgruppe: Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren
max. Teilnehmerzahl: 20
Teilnahme kostenlos
Workshopsprache: Englischkenntnisse sind erwünscht, aber nicht unbedingt notwendig.
Anmeldung und Terminanfragen unter: +49 (0) 69 21 93 14-0 oder projekt@fkv.de
Weitere Termine können flexibel zwischen dem 4. bis 31. Oktober vereinbart werden.


Führungen durch die Ausstellung


Kuratorenführungen


Freitag, 20. August 2010 | 18 Uhr

mit Rodrigo Alonso, Kurator der Ausstellung
Gebühr 2 € zzgl. Eintritt
Führung in englischer Sprache

Donnerstag, 16. September 2010 | 18 Uhr

mit Holger Kube Ventura, Direktor des Frankfurter Kunstvereins
Gebühr 2 € zzgl. Eintritt

Öffentliche Führungen

Sonntag, 29. August 2010 | 16.30 Uhr (Sonderführung zum Museumsuferfest)

Donnerstag, 2. September 2010 | 17.30 Uhr
Sonntag, 12. September 2010 | 16.30 Uhr
Sonntag, 26. September 2010 | 16.30 Uhr
Donnerstag, 21. Oktober 2010 | 17.30 Uhr
Sonntag, 24. Oktober 2010 | 16.30 Uhr
Gebühr 2 € zzgl. Eintritt


Weitere Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum


"Connective Tissue: Publication is Public Space
"
Vortrag von Alissa Firth-Eagland (Gast im Deutsche Börse Residency Program)
Dienstag, 7. September 2010 | 19.30 Uhr

Die kanadische Kuratorin, Autorin und Herausgeberin Alissa Firth-Eagland (geb. 1978) arbeitet an der Schnittstelle zwischen Produktion, Präsentation und Verbreitung von zeitgenössischen Ideen. Anhand der Vorstellung einiger ihrer vergangenen und kommenden Projekte möchte sie Arbeitsweisen der „nomadischen Kulturarbeit" diskutieren. Ihre Arbeit bindet lokale, nationale oder internationale Gemeinschaften ein. Die Grundsteine ihrer beruflichen Praxis bilden das Schreiben und das Verlegen von Publikationen zu den Themenfeldern Text, Sprache, Drucksachen und zeitgenössischer Kunst, mit denen sie Verknüpfungen herzustellen versucht.


Sie wurde als Künstlerin ausgebildet am Ontario College of Art and Design in Toronto, Kanada und später als Kuratorin an der École du Magasin in Grenoble, Frankreich. Ihre Arbeit wurde geprägt von Kanadas einzigartiger Geschichte der Herstellung von Netzkultur durch Video- und „mail art projects", aber auch durch ein globalisiertes Umfeld, das dieses Netzwerk erweiterte. Daher erforschen ihre Projekte die Verbindungen kreativen Austauschs über große Entfernungen, wie beispielsweise: „Western Front: London Bureau", No Soul for Sale, Tate Modern, London, UK, „Between Us: A Toronto/Vancouver Exchange", YYZ Artist's Outlet/Western Front, Kanada und „How to act in the public sphere/Comment agir dans la sphère publique", Le Magasin Centre Nationale D'Art Contemporain, Grenoble, Frankreich zeigen.
 
In ihrer Präsentation wird Firth-Eagland einen fiktiven Text vorlesen, in dem die Protagonisten die Künstlerkollektive Bruce High Quality Foundation (New York) und Claire Fontaine (Paris) sind. Der Text bildet den Raum, in dem sich die beiden Protagonisten das erste Mal trafen und es stellt den Ausgangspunkt dar für eine anschließende Gruppendiskussion über die Möglichkeiten künstlerischer Aktionen im öffentlichen Raum.

Eintritt frei
Ort: Deutsche Börse Residency Program, Eingang Braubachstr. 33a
Vortrag in englischer Sprache


Kuratorengespräch mit Johan Lundh (Gast im Deutsche Börse Residency Program)

Dienstag, 28. September 2010 | 19.30 Uhr

Johan Lundh (geb. 1980) erhielt ursprünglich eine Ausbildung zum Künstler. Er arbeitet aber mittlerweile als freier Kurator und Autor in Stockholm und New York. Von 1999 bis 2008 studierte er an der Konstfack Universität in Stockholm, wo er 2008 mit dem Master of Fine Arts abschloss. 2005 bis 2006 nahm er an dem Curatorial Training Program "CuratorLab" teil.

Zwischen 2007 und 2010 hat er gemeinsam mit Alissa Firth-Eagland als Teil des Duos Firth-EaglandLundh mehrere Projekte kuratiert, die vor allem Fragen zu Themen wie Produktion, Präsentation und Verbreitung behandeln. Gemeinsam aber auch alleine hat Lundh Ausstellungen  in Europa und Nordamerika organisiert, u.a. "Learning from Vancouver", Western Front, Vancouver, Kanada, „Between Us - A Toronto/Vancouver Exchange", YYZ Artist's Outlet/Western Front, Toronto/Vancouver, Kanada und „The Fillip Review Panel", The Fillip Space, Vancouver, Kanada. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitschriften wie Art Lies, Art Papers, C Magazine Fillip und Site Magazine.


Während seines Aufenthalts im Deutsche Börse Residency Program wird er sich mit der Kunst- und Kulturszene Frankfurts auseinandersetzen und für künftige Projekte recherchieren. Am 28. September um 19.30 Uhr sind Sie dazu eingeladen, seine bisherigen Projekte kennenzulernen und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Eintritt frei
Ort: Deutsche Börse Residency, Eingang Braubachstr. 33a
Vortrag in englischer Sprache


Künstlergespräch mit Oliver Godow (Gast im Deutsche Börse Residency Program)

Dienstag, 12. Oktober 2010 | 19.30 Uhr

Der Künstler Oliver Godow nutzt das Medium der Fotografie vor allem als dokumentarisches Mittel, jedoch nicht im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr um menschenleere Innen- und Außenräume sowie vorgefundene Objekte in zeitlose Utopien umzuwandeln. Diese können beinahe einen skulpturalen Charakter annehmen. Indem Godow sich auf Fragmente und Details städtischer Räume konzentriert, reduziert er sie beispielsweise auf ihre Oberflächeneffekte oder teilt sie in einzelne Raumfelder ein. Dabei spielt der bewusste Einsatz von Farbe eine ebenso große Rolle, wie auch sein Interesse an Strukturen, an Kompositionen und nicht zuletzt auch an einem humoristischen Umgang mit dem Dargestellten. Diese symbolisch aufgeladenen Arrangements sind Chiffren urbaner Alltäglichkeit, die zwar einerseits abstrakt erscheinen, jedoch auch Verweise auf den Raum enthalten. Somit lädt Godow dazu ein, den Spuren zu folgen und sich in seinen Bildern auf die Suche der dargestellten Architektur oder alltäglichen Begebenheiten zu machen.

Oliver Godow (geb. 1970) wurde in Lübeck geboren und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Großbritannien. Nach seinem Studium der Fotografie am Bournemouth & Poole College of Art sowie an der Glasgow School of Art, wo er mit dem MFA abschloss, erhielt er Stipendien u.a. vom Ministerium von Niedersachsen, IFA Stuttgart und dem Hope Scott Trust Edinburgh. Er war jüngst Fellow an der Durham University, UK. Seine Arbeiten wurden in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt beim New York Photofestival, in der Ausstellung "Desire Lines" in der Talbot Rice Gallery Edinburgh und bei "Do you see me?" in der Galerie m in Bochum als Teil des „next level Symposium" organisiert vom Folkwang Museum Essen. Kommende Einzelausstellungen sind u.a. in der AA Architecture Association London und Ausstellungsbeteiligungen u.a. "Never the same river" kuratiert von Simon Starling für das Camden Arts Centre in London. Im Anschluss an das Deutsche Börse Residency Program wird er an der British School of Rome zu Gast sein.


Während seines Aufenthalts plant Oliver Godow eine Edition herzustellen, die im Frankfurter Kunstverein erhältlich sein wird.


Eintritt frei

Ort: Deutsche Börse Residency, Eingang Braubachstr. 33a